
Briefwahlstimmen proportional zu Briefwahlberechtigten je Ortsteil zugeordnet. 2026: gemeinsamer Briefwahlbezirk für Haldorf und Holzhausen.
Die SPD bleibt mit 42,2 % deutlich stärkste Kraft, gefolgt von der CDU mit 25,9 %. Grüne (12,0 %), FWG (13,5 %) und Bürgerliste (6,4 %) teilen sich das verbleibende Drittel.
Besonders auffällig ist die stark gestiegene Briefwahlquote: Mit 1.933 Briefwahlstimmzetteln entfiel auf jeden zweiten abgegebenen Stimmzettel eine Briefwahl. Die Gesamtwahlbeteiligung stieg auf 64,32 % (+5,3 PP), was auf gestiegenes politisches Interesse hinweist. Die reine Urnenbeteiligung lag in allen Ortsteilen bei nur 53–57 %.
Die Wahlberechtigtenzahl sank von 6.008 (2021) auf 5.922 (2026), während gleichzeitig mehr Stimmzettel abgegeben wurden — ein Zeichen für höhere Mobilisierung des vorhandenen Wählerkreises.
Der klare Gewinner ist die CDU mit +5,8 Prozentpunkten — das stärkste Wachstum aller Parteien. Dieser Zuwachs geht nicht auf Kosten der SPD, sondern fast vollständig zu Lasten der Grünen (−5,9 PP).
Die SPD hält sich mit −0,9 PP nahezu stabil und bleibt mit großem Abstand stärkste Kraft. FWG (+0,3 PP) und Bürgerliste (+0,7 PP) halten ihren Wählerkreis. Der dramatische Rückgang der Grünen von 17,9 % auf 12,0 % ist die prägende Veränderung dieser Wahl — sowohl lokal als auch im hessischen Landestrend (−4,4 PP).
Besse ist der entscheidende Ortsteil: CDU (33,7 %) und SPD (35,4 %) liegen hier mit nur 1,7 Punkten eng beieinander — in Haldorf und Holzhausen beträgt der Abstand jeweils über 25 Punkte. Besse ist das politisch kompetitivste Terrain der Gemeinde.
In Grifte erreicht die FWG 23,1 % — fast doppelt so viel wie im Gemeindeschnitt. Grifte ist das einzige Ortsteil, in dem die FWG eine echte Rolle als Gegenpol zur SPD spielt. Die Wahlbeteiligung ist in allen Ortsteilen einheitlich (62,8–66,4 %).
Marcel Klitsch (SPD, Pl. 1) erzielt mit +1.756 Zusatzstimmen den stärksten persönlichen Zuspruch der gesamten Wahl. Bei der CDU stechen Kurzenknabe, Sabrina (+1.295) und Kurzenknabe, Jan (+1.089) heraus. Besonders bemerkenswert: Schnitzerling, Jörg (Pl. 18) erzielte mit +214 % den höchsten prozentualen Zuwachs der CDU trotz letztem Listenplatz — ein klares Zeichen für gezielte Kumulierstimmen.
Bei der FWG überholt Wassmuth, Stephan (Pl. 7) alle Listenkandidaten vor ihm im Zuwachs (+740) und ist damit der faktische Spitzenkandidat nach Wählerpräferenz.
Stärkster Aufsteiger ist Krug, Alexander (CDU, +0,75 PP) — nahezu verdoppelter Anteil. Dicht dahinter Klitsch, Marcel (SPD, +0,73 PP). Stärkster Absteiger: Rudolph, Günter (SPD, −0,85 PP) — 2021 Spitzenkandidat mit 2.147 Stimmen, 2026 auf Pl. 30 noch 1.332.
Fast alle Grünen-Kandidierenden verlieren prozentual — einzig Priebe, Marcus hält sich mit −0,20 PP stabil. Bei der FWG sticht Schmidt, Tanja (+0,45 PP) als eine der stärksten Aufsteiger der gesamten Wahl heraus.
Bei allen Parteien überwiegt die unveränderte Listenwahl. Die Grünen weisen mit 85 panaschieren Stimmzetteln (23 %) den höchsten relativen Panaschierwert auf — ein Indiz für eine offenere, kandidatenbezogenere Wählerschaft. Die CDU-Wähler veränderten mit 241 Stimmzetteln intern die Reihenfolge — das erklärt, warum einzelne CDU-Kandidierende weit über ihrem Listenplatz-Erwartungswert liegen.
Datengrundlage: Votemanager / Open Data Hessen (AGS 06634002, 15.03.2026 und 14.03.2021) · Gemeinde Edermünde Wahlvorschläge (23.01.2026) · Hessisches Statistisches Landesamt Kommunalwahlen 2026.
Analyse generiert durch Claude (Anthropic, Modell Claude Sonnet 4.6). Berechnungen und Interpretationen basieren ausschließlich auf den genannten Open-Data-Quellen und sind nicht redaktionell geprüft.
Die Kommunalwahl in Edermünde am 15. März 2026 fand in einem politischen Umfeld statt, das landesweit von deutlichen Verschiebungen geprägt war. In Hessen gewann die CDU auf Landesebene 1,3 Prozentpunkte hinzu und wurde mit 29,8 % wieder stärkste Kraft. Die SPD verlor landesweit 3,2 Prozentpunkte auf 20,8 %. Die Grünen büßten 4,4 Punkte ein und rutschten auf 14,0 %. Die AfD verdoppelte ihren Stimmenanteil landesweit von 6,8 % auf 14,8 % — das war die politisch markanteste Verschiebung auf Landesebene.
In Edermünde präsentierte sich das Kandidatenfeld 2026 mit fünf Listen: CDU, SPD, Grüne, FWG Edermünde und Bürgerliste Edermünde. Die AfD trat in Edermünde nicht an. Das ist für die Interpretation aller Ergebnisse relevant: Wählerinnen und Wähler, die landesweit zur AfD gewechselt sind, hatten in Edermünde diese Option nicht — ihr Stimmverhalten floss zwingend in die anderen Parteien oder in Stimmenthaltung.
Die Wahlbeteiligung stieg gegenüber 2021 auf 64,32 % — ein deutliches Plus von 5,3 Prozentpunkten. Damit liegt Edermünde spürbar über der hessischen Durchschnittsbeteiligung von 54,3 %. Der Anstieg geht wesentlich auf die Nutzung der Briefwahl zurück: Gut jeder zweite abgegebene Stimmzettel war ein Briefwahlstimmzettel.
Die CDU Edermünde erzielte 25,9 % der Stimmen und gewann damit +5,8 Prozentpunkte gegenüber 2021 (20,1 %). Das ist der mit Abstand größte Zugewinn aller antretenden Parteien in absoluten Prozentpunkten. Der Zuwachs übersteigt den hessischen Landestrend der CDU (+1,3 PP) um das Vierfache.
| Partei | 2021 | 2026 | Veränderung | Hessen-Trend 2026 |
|---|---|---|---|---|
| CDU | 20,1 % | 25,9 % | +5,8 PP | +1,3 PP (29,8 %) |
| SPD | 43,1 % | 42,2 % | −0,9 PP | −3,2 PP (20,8 %) |
| Grüne | 17,9 % | 12,0 % | −5,9 PP | −4,4 PP (14,0 %) |
| FWG | 13,2 % | 13,5 % | +0,3 PP | — (lokal) |
| Bürgerliste | 5,7 % | 6,4 % | +0,7 PP | — (lokal) |
| AfD | — (n. angetreten) | — (n. angetreten) | — | +8,0 PP (14,8 %) |
Woher kommt der CDU-Zuwachs? Der Gewinn der Grünen liegt mit −5,9 PP fast symmetrisch zum CDU-Gewinn von +5,8 PP. Die Wanderung von Grünen-Wählern zur CDU ist eine plausible Erklärung, auch wenn dies aus Aggregatdaten nicht direkt beweisbar ist. Stützend wirkt, dass SPD (−0,9 PP) und FWG (+0,3 PP) kaum Veränderungen zeigen — die Verschiebung fand offensichtlich vorrangig zwischen Grünen und CDU statt.
Hinzu kommt der fehlende AfD-Faktor: Landesweit verloren SPD und Grüne erheblich an die AfD. In Edermünde fehlte diese Abflussmöglichkeit. Ein Teil der Wählerinnen und Wähler, der in anderen Kommunen zur AfD gewechselt wäre, blieb so im bestehenden Parteienfeld — oder enthielt sich. Dieser Effekt kann den CDU-Zuwachs begünstigt haben, lässt sich aber nicht quantifizieren.
Ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen hessischen Kommunen besteht darin, dass die SPD in Edermünde weiterhin mit 42,2 % klar stärkste Kraft ist — mehr als doppelt so hoch wie landesweit (20,8 %). Edermünde ist damit eine ausgeprägte SPD-Hochburg im Schwalm-Eder-Kreis, der traditionell stark sozialdemokratisch geprägt ist.
Die CDU mit 25,9 % liegt in Edermünde deutlich unter ihrem hessischen Landesergebnis von 29,8 %. Sie ist in Edermünde weiterhin klare Oppositionskraft — trotz des erheblichen Zugewinns. Das ist kein Widerspruch zum guten Ergebnis: Es zeigt vielmehr, dass die Aufholjagd in einem strukturell schwierigen Terrain stattfindet und entsprechend zu würdigen ist.
Ortsbezogen ist das Bild differenzierter: In Besse — dem größten Ortsteil — liegen CDU (33,7 %) und SPD (35,4 %) mit nur 1,7 Prozentpunkten Abstand deutlich näher zusammen als im Gemeindeschnitt. Besse ist das politisch kompetitivste Terrain der Gemeinde und strategisch der wichtigste Ortsteil für die CDU. In Haldorf und Holzhausen dominiert die SPD mit jeweils über 45 % — hier sind die strukturellen Abstände zur CDU (jeweils um 25 PP) deutlich größer und kurzfristig schwer zu schließen. In Grifte ist die FWG mit 23,1 % ungewöhnlich stark, was die CDU als dritte Kraft (20,6 %) in ein Drei-Parteien-Feld einbettet.
Das hessische Wahlrecht mit Kumulieren und Panaschieren erlaubt es, über die reine Listenstimmvergabe hinaus zu blicken. Für die CDU zeigt sich ein erfreuliches Bild: Alle CDU-Kandidierenden erhielten substanziell mehr Stimmen als durch die reine Listenwahl zu erwarten gewesen wäre. Das bedeutet, CDU-Wähler haben ihre Stimmen gezielt vergeben, und Wähler anderer Listen haben CDU-Kandidierende durch Panaschieren unterstützt.
Besonders auffällig ist Schnitzerling, Jörg: Als letzter auf der CDU-Liste erzielte er mit +214 % den höchsten prozentualen Zuwachs aller CDU-Kandidierenden gegenüber der Listenbasis — ein deutliches Zeichen für stark gezielte Kumulierstimmen. Ebenso bemerkenswert ist Schumacher, Moritz (Pl. 1), der im Vergleich 2021 zu 2026 die stärkste persönliche Verbesserung innerhalb der CDU erzielt hat (+0,67 PP Anteil an allen gültigen Stimmen).
Im gesamten Parteienvergleich führt die Persönlichkeitsbindung bei der SPD: Marcel Klitsch erzielt mit +1.756 Zusatzstimmen den höchsten absoluten Zuwachs aller 86 Kandidierenden — ein Zeichen außergewöhnlicher persönlicher Bekanntheit, die auch Panaschierunterstützung aus anderen Wählergruppen einschließt.
Die Wahlbeteiligung in Edermünde stieg auf 64,32 % (+5,3 PP gegenüber 2021) und liegt merklich über dem hessischen Landesschnitt von 54,3 %. Edermünde weist damit strukturell eine überdurchschnittliche politische Mobilisierung auf.
Der Briefwahlanteil ist markant: Mit 1.933 Briefwahlstimmzetteln entfiel gut jeder zweite Stimmzettel auf die Briefwahl. Das verändert das lokale Wahlgeschehen: Der Wahlkampfeffekt in der Schlussphase ist begrenzt — wer bereits Wochen vor dem Wahltag per Brief abgestimmt hat, reagiert nicht mehr auf spätere Ereignisse. Das bedeutet, dass die Mobilisierung früh stattgefunden haben muss.
Die Wahlbeteiligung in den Ortsteilen ist einheitlich: Alle vier Ortsteile lagen zwischen 62,8 % (Holzhausen) und 66,4 % (Haldorf) — kein Ortsteil fiel ab, keiner ragte außergewöhnlich heraus. Das deutet auf eine gleichmäßige politische Mobilisierung über die gesamte Gemeinde hinaus.
Die Kommunalwahl 2026 in Edermünde ist für die CDU Edermünde ein klarer Erfolg — in mehrfacher Hinsicht.
Erstens hat die CDU ihren Stimmenanteil um nahezu ein Drittel gesteigert (von 20,1 % auf 25,9 %). Das ist objektiv das stärkste Ergebnis aller Parteien in dieser Wahl und übertrifft den hessischen CDU-Landestrend erheblich. Die Erklärung liegt wahrscheinlich in einer Kombination aus Kandidatenqualität, lokalem Campaigning und dem allgemeinen Rückzug der Grünen.
Zweitens zeigt die Analyse der Kandidatenstimmen, dass die CDU in Edermünde über Kandidierende verfügt, die persönlich Stimmen anziehen — auch von Wählern anderer Parteien. Das ist mittelfristig ein struktureller Vorteil.
Drittens ist Besse als größter Ortsteil das wichtigste strategische Terrain: Hier ist der Abstand zur SPD auf 1,7 Prozentpunkte gesunken. Das ist eine politisch relevante Größenordnung.
Gleichzeitig bleiben die strukturellen Realitäten bestehen: Die SPD ist in Edermünde mit 42,2 % fast doppelt so stark wie die CDU und damit eine dominante politische Kraft mit tiefen lokalen Wurzeln. Der CDU-Abstand zur SPD beträgt 16,3 Prozentpunkte — das ist in einer Gemeinde dieser Größe ein erheblicher Rückstand, der nicht in einem Wahlzyklus aufgeholt wird. Das Ausbleiben der AfD in Edermünde ist ein zweideutiger Faktor: Es schützte das lokale Parteienfeld vor dem landesweit stärksten Störfaktor, macht das Ergebnis aber schwerer mit anderen Kommunen vergleichbar.
Die CDU Edermünde hat bei der Kommunalwahl 2026 ihr bestes Ergebnis seit Jahren erzielt und dabei den hessischen CDU-Trend deutlich übertroffen. Der Zuwachs ist real, substanziell und auf mehrere Faktoren zurückzuführen — darunter persönliche Stärke mehrerer Kandidierender, der Rückzug der Grünen und die lokale Besonderheit ohne AfD-Kandidatur. Die SPD bleibt mit großem Abstand die stärkste politische Kraft in Edermünde. Das CDU-Ergebnis ist damit ein guter Ausgangspunkt für die kommenden Jahre — nicht das Ziel.
Diese Einschätzung basiert ausschließlich auf verfügbaren Daten und öffentlichen Informationen:
Analyse generiert durch Claude (Anthropic, Modell Claude Sonnet 4.6). Interpretationen stützen sich ausschließlich auf die vorliegenden Daten. Spekulative Aussagen wurden bewusst vermieden.